Nachgetragen

Wien, Europa und die Welt. Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Politik | aus FALTER 49/09 vom 02.12.2009

Jean Ziegler in Wien: eine bissige Rede und am Ende eine Entgleisung

Florian Klenk

Jean Ziegler, Politologe, UN-Sonderberichterstatter über den Hunger, passionierter Linker und Expolitiker, sprach im Audimax und im Volkstheater über Hunger, die Macht transnationaler Konzerne und das Morden im Sudan, in Nigeria und in Gaza.

Er präsentierte sein Buch „Der Hass auf den Westen“. Ziegler meint nicht den pathologischen Hass der Terroristen, sondern den „vernunftgeleiteten Hass“ der Völker des Südens. Nach einer politischen Inkubationszeit formen sie ihre Unrechtserfahrungen aus der Kolonialzeit in Macht um. Die Eliten lateinamerikanischer Länder seien selbstbewusster geworden. Ziegler nannte den bolivianischen Präsidenten Evo Morales, dem es – mithilfe norwegischer Unternehmensberater – gelungen sei, Ölkonzernen in seinem Land neue Förderverträge abzuringen und mit den Erträgen die Armut im Land zu lindern.

Es war eine bissige, kluge und demagogische Rede, die leider die Verbrechen


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