Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Anna Sawerthal | aus FALTER 49/09 vom 02.12.2009

Protesttheater: endlich raus aus dem sicheren Terrain des Audimax

Die Vorstellung von „worst case“ fand vergangenen Freitag im Schauspielhaus kein Ende. Stattdessen krachte eine Gruppe aus semiprofessionellen Schauspielern auf die Bühne und führte ihr Stück auf: „Ein gescheiter Mensch“ handelt von der Bildungspolitik. Der Student Thomas Arzt hat das 30-Minuten-Stück während der Audimax-Besetzung geschrieben. Spontan haben sich 18 Leute gefunden, die das Stück einstudierten und im Audimax vorführten – unter viel Applaus. „Wir wollten raus aus dem sicheren Terrain, also hab ich den Direktor des Schauspielhauses angesprochen.“ Dass auch das Theaterpublikum die Aktion nach ihrer Unipremiere wohlwollend aufnahm, regt die Truppe an, sich weiter hinauszuwagen. Arzt will mit seinem Stück „zum Umdenken“ bewegen. „Natürlich werden wir in einem Hörsaal der Theaterwissenschaften umjubelt.“ Aber was würden die Abgeordneten im Parlament sagen, wenn plötzlich eine Theatergruppe ins Plenum kracht?


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