Mediaforschung

Nachfragekolumne

Medien | Bernhard Riedmann | aus FALTER 49/09 vom 02.12.2009

Was klingelt denn da in der Parkgarage, Frau Hawel?

Schokohasen gibt es viele. Schokoweihnachtsmänner ebenso. Manchmal sind sie weiß, manchmal dunkel, mal schmecken sie süßer, mal herber. Es gibt aber eine Marke, die setzt sich akustisch vom Rest der Schokohasenbande ab – durch das berühmte goldene Glöckchen.

Dieser Tradition besinnt sich der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt in der aktuellen Weihnachtskampagne und lässt es an vier Standorten in Österreich ordentlich klingeln. Genauer gesagt: in vier Parkgaragen.

Wer dort parkt und an den Lindt-Plakaten vorbeimarschiert, hört es klingeln. Denn ein Bewegungsmelder registriert die Passanten und Lautsprecher spielen automatisch ein Glöckchengeklingel ab.

Umgesetzt hat die Kampagne die Agentur Media Parking, die sich darauf spezialisiert hat, überall dort multimedial zu werben, wo Herr und Frau Österreicher belieben, ihre Autos zu parken. „Das Besondere an diesen Werbeflächen ist, dass die Kunden oft dort ihr Auto stehen lassen, wo sie anschließend einkaufen. Sie sind also bereits am Point of Sale“, erklärt Birgit Hawel, Vertriebsleiterin bei Media Parking, die Strategie hinter den Parkhauswerbungen.

Das Lindt-Klingeln soll für Weihnachtsstimmung sorgen. „In der Werbung wird immer mehr über die Sinne gespielt. Sei es mit Düften, Handyapplikationen oder eben mit Klängen“, meint Hawel.

In über 20 Einkaufszentren gibt es solche sinnlichen Werbeflächen bereits – nach Ansicht von Media Parking die zukunftsträchtigste Werbeform schlechthin.

Wenn also beim nächsten Besuch einer Parkgarage das Handy vibriert, das eigene Parfum plötzlich irgendwie anders riecht oder Sie glauben, Stimmen zu hören – keine Panik. Sie sind dann nur in der Zukunft angekommen.


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