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Pressekolumne

Medien | Martin Gantner | aus FALTER 49/09 vom 02.12.2009

Es ist ein klassisches Henne-Ei-Problem. Wer war zuerst: das Inserat oder das dazu passende „Umfeld“, wie Anzeigenverkäufer Zeitungsinhalte umschreiben? Egal. Jedenfalls hat die Tageszeitung Österreich die Pharmawirtschaft, eine Industrie, die selbst in der Krise floriert, für sich entdeckt – oder eben umgekehrt. Nach dem „Horror-Virus“ H1N1 warnt das Blatt nun vor dem Erkältungsvirus AD-36: „Das Virus macht dick.“ Gottlob, die Zeitung hält Produkte für die Abwehrkräfte und ein Inserat mit Gutschein zum Ausschneiden bereit. Oder die Sache mit dem Nikotin: „Nichtraucher werden war noch nie so einfach wie heuer“, heißt es in einem Artikel/Inserat. Darunter die Anzeige: „In zwei Stunden Nichtraucher.“ Doch die echte Gefahr heißt Alzheimer. Sie ist „die Pandemie des Alters“. Zum Glück weiß der Autor des Berichts von „einer neuen Therapieform“ zu berichten, die allerdings zwei Jahre alt ist. Aber zwei Jahre sind wohl gerade noch „neu“ genug, um Kapseln zu bewerben, die gegen Gedächtnislücken helfen.


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