„Warum sollten die Morde aufhören?“

Medien | aus FALTER 49/09 vom 02.12.2009

Maria Lipman ist die wichtigste politische Analystin Russlands. Ein Gespräch über ein unberechenbares Land in der Krise

Interview: Stefan Apfl, Martin Gantner

Wenn die Politologin Maria Lipman über Russland spricht, zeichnet sie das Bild eines widersprüchlichen Landes. Eines Landes, das die Diktatur zwar hinter sich gelassen, seine Rolle in der Demokratie aber noch nicht gefunden hat. In der Bevölkerung herrsche Apathie, Indifferenz und Zynismus. Die Eliten seien weiterhin loyal gegenüber dem Kreml und dennoch würde gerade die Wirtschaftskrise Potential für politische Veränderung in sich bergen.

Falter: Können Sie offen über russische Politik sprechen?

Maria Lipman: Die einfache Antwort lautet Ja. Wir leben nicht in der UdSSR. Die russische Regierung hat größtes Interesse daran, dass es keinen politischen Wettbewerb gibt. Solange Sie also politisch irrelevant sind, können Sie sagen und schreiben, was Sie wollen.

Wie steht es um die Medienfreiheit?

Lipman: Sie können die Medien


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