Frischer Wind im Kellerloch, Verarmen in der City

Feuilleton | aus FALTER 49/09 vom 02.12.2009

Aus dem Ensemble Theater wird die Garage X. Nur der goldene Riesenzwerg durfte nicht zur Premierenfeier kommen

Reportage: Florian Obkircher

Der Graben glänzt. Keine Auslage, die nicht vor Watteschnee trieft, kein Stück Pflasterstein, das vom hellen Licht der hängenden Weihnachtsbeleuchtung verschont bleibt. Dazwischen gehetzte Menschen mit Einkaufstaschen und Straßenmusiker mit offenen Gitarrenkoffern.

Alles beim Alten also an diesem winterlichen Freitagabend. Wäre da nicht die Fassade der Peterskirche. Die wird zwar auch bestrahlt, allerdings mit bunten Projektionen, die im Sekundentakt ihre Form verändern und aussehen, als hätte sich eine Horde Kinder mit überdimensionalen Buntstiften über den altehrwürdigen Portalvorbau hergemacht. Passanten bleiben stehen, lesen gespannt mit, als der unsichtbare Stift zu einem Satz ansetzt: „Lossts mi in … Ruah!“

Ein kurzes Lächeln huscht über die gestressten Gesichter. Die digitalen, ferngesteuerten Livegraffiti, hinter denen das Tullner


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