Sie herzten und sie trugen ihn

Feuilleton | aus FALTER 49/09 vom 02.12.2009

1931 weilt Charlie Chaplin in Wien, um seinen jüngsten Film zu promoten, und wird enthusiastisch gefeiert

Recherche: Michael Omasta, Michael Pekler

Er ist die reinste Lachkanone. Pausenlos erschüttert er Ihr Zwerchfell. Er trägt einen ausdrucksvollen kleinen Schnurrbart, der über dem komischsten Lächeln, das jemals auf Zelluloid gebannt wurde, herumhüpft. Auf seinem Kopf sitzt eine wackelige Melone, die er stets geflissentlich lüftet, wenn er einem Freund ins Gesicht getreten hat. Und er wirbelt mit einem Stöckchen herum, als wär’s gleichzeitig ein eleganter Spazierstock, ein Taktstock, ein Teppichklopfer und ein Blitzableiter. Und seine Füße – Sie können den Blick nicht von seinen Füßen wenden.“

So beschreibt Ende 1914 der Lokalreporter Gene Morgan den neuen Star der Filmkomödie. Heute ranken sich um die Entstehung der unnachahmlichen Figur des Tramps unterschiedliche Versionen, doch letzten Endes ist es egal, ob Charlie Chaplin das Kostüm sorgfältig ausgewählt, von


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