Einfach rot übermalen!

Stadtleben | aus FALTER 49/09 vom 02.12.2009

Roland Rainers Stadthallenbad wird saniert. Geht die Architektur dabei verloren?

Appell: Walter Chramosta

Im Antrag der MA 51 (Sportamt) vom 21.9.09 an den Gemeinderat zur Genehmigung der Stadthallenbadsanierung heißt es einleitend: „Das Stadthallenbad wurde von 1972 bis 1974 nach den Plänen von Arnulf Rainer errichtet und mit der Schwimmeuropameisterschaft 1974 eröffnet.“ Die Verwechslung des Malers Arnulf mit dem Architekten Roland ist ein Freud’scher Verschreiber, in dem sich eine unbewusste Disposition, ein prinzipieller Konflikt um das Bauen zeigt: ein tiefes Misstrauen gegenüber zeitgenössischer Architektur, gegenüber der Rationalität des „guten Bauens“, gegenüber elitärer Einfachheit. Ob mit weiteren roten Übermalungen zu rechnen ist?

Nicht erst seit dem Dauerfasching des Prater-Entrées ist wahrnehmbar, dass wichtige öffentliche Raumbildungen in Wien von unreflektierter Vergangenheitssehnsucht, von Innovationsangst und geringer Sensibilität gegenüber vorhandenen


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