Müsli für immer

Stadtleben | aus FALTER 49/09 vom 02.12.2009

Wiens neuestes Speziallokal befasst sich mit dem gesunden Frühstücksbrei

Lokalkritik: Florian Holzer

Gottfried konnte immer Müsli essen. Dreimal am Tag, wenn’s sein musste, eine Woche lang, wenn’s unbedingt sein musste. Er schätzte vor allem die unkomplizierte Zubereitung, und an den Geschmack wird er sich wohl gewöhnt haben. Gottfried ist heute groß, gesund, erfolgreich, Vater einer Tochter und hat grad den Magister nachgeholt. Ich fand Müsli immer entsetzlich. Bis auf Nüsse war da nichts drin, was auch nur irgendwie gut schmeckte, und die Reduktion einer Speise auf ihre Verdaulichkeit beziehungsweise ihre ernährungsphysiologischen Eigenschaften war damals genauso unsexy, wie es das auch heute noch ist.

Lisa Schön isst jedenfalls auch gerne Müsli, schreibt sie, und aus einem gewissen Spleen für diesen hochwertigen Frühstücksbrei, den ein Schweizer Arzt in Anlehnung an alpine Hirtenkost zu Diätzwecken entwickelte, wurde nun Wiens erstes, ein bisschen an eine Friseurboutique


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