Fragen Sie Frau Andrea

Fußballs Farben: fantastisch fabulös

Kolumnen | aus FALTER 49/09 vom 02.12.2009

Andrea Maria Dusl beantwortet knifflige Fragen der Leserschaft

Werte allwissende Frau Andrea,

da sich Neuseeland nun zum zweiten Mal für die Endrunde einer Fußball-WM qualifizierte, bejubelten die Zeitungen die „All Whites“. Nun erinnere ich mich aber, dass das Rugby-Team Neuseelands den Spitznamen „All-Blacks“ führt. Woher diese Diskrepanz? Aufklärende Worte erhofft

Michael Wögerer, Alsergrund, per Elektrobrief

Lieber Michael,

Ihre Erinnerung täuscht Sie keineswegs. Das weltbeste Rugby-Team, die neuseeländische Rugby-Union-Nationalmannschaft, spielt traditionell in tiefschwarzen Dressen. Einziger Lichtblick bei den „All-Blacks“: weiße Stutzen und das Logo, ein kleiner silberner Farn, Wappenpflanze der Insulaner. Nachtschwarze Leibchen tragen die „Men in Black“, bei denen Maori gleichberechtigt neben Angelsachsen spielen, seit 1893, ganz schwarz seit 1905. Die Idee dazu hatte Thomas Rangiwahia Ellison alias Tom oder Tamati Erihana, Kapitän von Neuseelands erstem offiziellem Rugby-Team. Gegen diesen Mythos trat die Kiwi-Fußball-Nationalmannschaft erstmals 1981 während der Qualifikationsrunden zur Fußball-WM an – in jungfräulich weißen Rasenuniformen. Seither gelten Neuseelands Kicker als „All Whites“.

Damit befinden sie sich in prominenter Gesellschaft. So kennt die Fußballwelt die italienische Nationalmannschaft im Einklang mit dem piemonteser Königsblau ihrer Dressen als „Squadra Azzurra“, Argentiniens weißblaue Nationalkicker als „Albiceleste“. „Os Canarinhos“, die Kanarienvögel, nennen die Brasilianer ihre „Seleção“ (Auswahl). Einfacher haben es Boliviens „Verdes“, die Grünen, und Uruguays „Charrúas“, die Himmelblauen. „Equipe Tricolore“, die dreifarbige Truppe, heißt die französische Mannschaft. Wenn sie ganz in Blau antreten, nennen sich die Franzmänner „Les Bleus“, die Blauen. Spaniens Balltechniker treten als „Furia Roja“, Rote Furie, an, Belgiens Kicker als „Rode Duivels“ oder „Diables Rouges“, Rote Teufel. Die Niederländer kennt man als „Oranje elftal“ – kurz „Oranje“, die Iren als „Boys in Green“ und die Kroaten gar als „Kockasti“, die Karierten. Deutschland und Österreich ringen noch um einen Namen für ihre Teams. „Unsere Jungs“ und „The team formerly known as Cordoba-Truppe“ sind noch nicht der Weisheit letzter Schluss.


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