Kritiken

Krieg der Geschlechter: LaBute im Volkstheater

Lexikon | Bettina Hagen | aus FALTER 49/09 vom 02.12.2009

Die drei Einakter von Neil LaBute zum Thema „Der große Krieg“ meinen nicht den Ersten Weltkrieg, der im amerikanischen Sprachgebrauch jeden weiteren unnötig machen sollte, sondern den Krieg zwischen Mann und Frau, der keinen Anfang und kein Ende hat. Dass hier wenig Platz für sympathische Figuren bleibt und im Schwarzen Salon des Volkstheaters kaum Platz für atmosphäreschaffende Bühnenbilder ist, sind die kleinen Hürden, die es zu überwinden galt. Aber die von Claudia Sabitzer, Angela Smigoc und Patrick O. Beck verkörperten Männer und Frauen vermögen in ihren gefinkelten Hasstiraden und Lügengeschichten, in Menschenverachtung und Selbstbetrug nicht so wirklich zu fesseln. Denn abgesehen von den Kostümen fehlt in Katrin Hillers Inszenierung jeder Bezug zum sozialen Umfeld, der den „kriegerischen“ Handlungen Fundament geben könnte. So bleiben die Beuteaufteilung am Ende einer Ehe, die Trennung in Anwesenheit der rachsüchtigen Schwester und der Monolog einer auf ihren unpünktlichen Zukünftigen wartenden Frau etwas eindimensional.

Volkstheater, Schwarzer Salon, Fr 19.30


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