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Kurz besprochen

Lexikon | aus FALTER 49/09 vom 02.12.2009

Randexistenzen I

William T. Vollmann. Hobo Blues. Ein amerikanisches Nachtbild. Deutsch v. Thomas Melle. Suhrkamp, 275 S., € 20,40

Von der Freiheit – oder besser: der Suche nach ihr – handelt dieses Buch, und eben darin ist es amerikanisch im besten Sinne. William T. Vollmann, von Haus aus Journalist, begab sich dereinst auf die Spuren der Hobos, die ihn seither nicht mehr loslassen. Immer wieder führt er selbst die Lebensweise dieser Vagabunden, die sich ausschließlich auf Güterzügen fortbewegen. Was ihn radikal von ihnen unterscheidet, ist seine bürgerliche Existenz: Er ist Vater einer Tochter, stammt aus einer gebildeten Familie, verdient genug Geld und hat ein Zuhause – wohingegen sich Hobos allenfalls ein paar lausige Dollars mit Gelegenheitsjobs verdienen und unter Brücken auf Pappkartons schlafen. Aus Vollmanns wundersamen Schilderungen seiner Reisen und Begegnungen mit Hobos spricht indes die pure Faszination für diese Form des Unterwegsseins.

Vollmann fügt Anekdoten,


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