Man wird bescheiden

Extra | aus FALTER 49/09 vom 02.12.2009

Mit der traurigsten Kyoto-Bilanz aller EU-Staaten reist Österreich nach Kopenhagen. Wie gehen die Verhandler damit um?

Bericht: Matthias G. Bernold

Wer den Lebensminister an seinem Arbeitsplatz besucht, dem fallen die beiden KTM-Fahrräder im Vorzimmer auf: Vor der Sitzgruppe beim Fenster lehnt ein Elektrofahrrad, daneben ein buntes Citybike für Damen. Mit ersterem war Nikolaus Berlakovich sogar schon auf dem Großglockner. Ansonsten dürften die Gefährte die Räumlichkeiten des Kabinetts noch nicht sehr oft verlassen haben. Die Ketten sind staubfrei, die Reifen recken noch die kleinen Gummitentakel in die Höhe, die sie erst nach ein paar Kilometern Asphalt verlieren.

Die prominent platzierten Fahrräder stehen symbolisch für den österreichischen Klimaschutz. Nur vordergründig bemüht man sich um ein untadeliges Öko-Image: beschließt halbherzige Ökostrompakete und Klimaverträglichkeitsprüfungen. Vor zwei Wochen veröffentlichte die EU-Kommission einen Bericht, wonach Österreich

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