„Österreich hat großen Nachholbedarf“

Extra | aus FALTER 49/09 vom 02.12.2009

Wie Österreich in Klimasachen vom Streber zum Sitzenbleiber verkam, erklärt Umweltökonom Stefan Schleicher

Interview: Lukas Plank

Stefan Schleicher rauft sich die Haare. Jahrelang hat er gewarnt, gepredigt, eingemahnt, dass die Republik einhalten möge, was sie dereinst ins Kyoto-Protokoll schreiben ließ. Gedrängt, auf eine kraftvolle Umweltschutzpolitik, als die österreichischen Emissionswerte ungebremst in die Höhe schossen. Vergebens: Drei Wochen vor dem Klimagipfel in Kopenhagen entlarven aktuelle Zahlen Österreich als den Klimaversager unter den alten 14 EU-Staaten. Stefan Schleicher, Wirtschaftsprofessor am Wegener Zentrum für Klima und Globalen Wandel an der Universität Graz, erklärt, wie es dazu kommen konnte.

Falter: Österreich wird als einziges EU-Land sein Kyoto-Ziel voraussichtlich nicht erreichen. Wie konnte das passieren?

Stefan Schleicher: Das ist keine Überraschung. Als das Ziel beschlossen wurde, hatte Österreich fallende Emissionswerte. Damals erschien eine Reduktion


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