Der Herr der Winde

Extra | Lukas Plank | aus FALTER 49/09 vom 02.12.2009

Manchmal läutet Reinhold Wagners Handy auch um zwei Uhr morgens. Dann weiß er: Jetzt steht wieder eines still. Reinhold Wagner ist dafür zuständig, dass sich die 63 Windräder der Energie Versorgung Niederösterreich drehen. Immer. Auch wenn er gerade im Kino sitzt, joggt oder mit seinen Kindern spielt. Sendet eines der Windräder eine Fehlermeldung an sein Handy, muss alles ganz schnell gehen. Denn jede Minute, die ein Windriese stillsteht, bedeutet verlorenen Strom.

Wenn Wagner beim erstarrten Giganten ankommt, schlüpft er in seinen Klettergurt und setzt sich den Helm auf. Durch den engen Metallstängel geht es hinauf bis zu dem kleinen Kämmerchen hinter den Rotorblättern. Der wackelige Lift fährt nur langsam aufwärts, und die schmalen Leitern sind steil. So steil, dass sich der Techniker mit Gurt und Karabinern sichern muss.

85 Meter über dem Boden ist das Licht dämmrig und die Luft riecht nach Metall. Es ist laut. Ungewöhnlich laut, stellt Wagner fest. Für ihn ein klarer


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