Kritik

Vatertag auf der Bühne: „Väter“ von Alvis Hermanis

Lexikon | Bettina Hagen | aus FALTER 50/09 vom 09.12.2009

Die theatrale Recherche „Väter“ von Alvis Hermanis, eine Produktion des Schauspielhauses Zürich und bereits 2008 bei den Festwochen zu Gast, ist nun im Akademietheater zu sehen. Drei gestandene Männer – die Schauspieler Gundars Abolins und Oliver Stokowski und der bildende Künstler Juris Baratinskis – erschaffen aus kleinen und großen Geschichten sowie Versatzstücken des Alltags ein unprätentiöses Väterdenkmal. Nach einem kurzen Intro über Schauspielerei kommen die drei Söhne zum Thema.

Immer der Reihe nach werden in Folge mithilfe von Requisiten und riesigen aufgeblasenen Fotos aus den Familienalben die Schrullen, Stärken und Schwächen der Väter erzählt und nachgespielt. Am Bühnenrand stehen Schminktische, an denen Maskenbildnerinnen die Söhne Stück für Stück in ihre Väter verwandeln. Gemeinsam ist den Vätern, dass sie Zuflucht im Alkohol suchten und dass sie eben nicht unter die Räder von Geschichte und Schicksal kamen. Weshalb sie genügend Zeit hatten, sich die Liebe ihrer Söhne zu verdienen.

Akademietheater, So 19.00, Mo 19.30


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