Seinesgleichen geschieht

Auch der Kanzler hat gesprochen. Es wird wieder geredet in Österreich. Warum?

Der Kommentar des Chefredakteurs


Armin Thurnher
Falter & Meinung | aus FALTER 50/09 vom 09.12.2009

Die Rede des Kanzlers an die Nation ist Geschichte, und ein übler Zufall wollte es, dass ich ihr, anders als der Rede des Vizekanzlers, nicht beiwohnen konnte. Ich bedaure das, denn aus der Beobachtung dieser ritualisierten Reden lernt man sehr viel über den Stand der Dinge in Österreich, vor allem erfährt man viel über das, was in den Reden nicht besprochen wird.

Man kann sich solche Reden nachher im Livestream ansehen, aber man hat nicht den Eindruck eines leibhaftigen Kardinals, der zugleich in der Krone und in Heute als Kolumnist tätig ist, die Inkarnation des Würdigsten und des gedruckten Gegenteils sozusagen, man sieht nicht die leibhaftige Sozialpartnerschaft, die in Spurenelementen vorhandene Opposition, es fehlt einem die Präsenz von Eminenzen, Effizienzen und Fulminanzen aller Arten.

Es entgeht einem die gesamte Inszenierung, ein Livestream kann mir da gestohlen bleiben. Die Hofburg mit dem nüchternen Ambiente des Finanzministeriums zu vergleichen, ist mir vorenthalten

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