Kommentar

Das Kind soll nur zur Mutter? Ein Anachronismus

Väterrechte


Sibylle Hamann
Falter & Meinung | aus FALTER 50/09 vom 09.12.2009

Sie sind ein Mann. Sie leben mit einer Frau zusammen, ohne verheiratet zu sein. Sie sind Vater eines gemeinsamen Kindes. Dann trennen Sie sich von der Frau. Ab diesem Moment sind zwei Dinge so gut wie fix: Sie werden Unterhalt zahlen, und das Kind wird bei seiner Mutter leben. Ob Sie weiterhin Vater sein dürfen oder nicht, liegt ganz allein bei ihr. Denn sie hat, seit der Geburt, automatisch das alleinige Sorgerecht.

Wenn Sie in einer solchen Situation Hilflosigkeit und Bitterkeit empfinden, ist das verständlich. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte springt Ihnen dabei jetzt moralisch zur Seite: Unverheiratete Väter seien gegenüber unverheirateten Müttern im Nachteil, urteilt er; diese Diskriminierung müsse beseitigt werden.

Prinzipiell ist das selbstverständlich richtig, gerade auch aus feministischer Perspektive. Wer nicht biologistisch argumentieren will, muss feststellen: Männer und Frauen sind grundsätzlich zur Pflege und Erziehung von Kindern gleich gut geeignet.

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