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IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 50/09 vom 09.12.2009

Adolf Hitler ist mittlerweile auch auf Twitter. Zumindest gibt es dort einen User namens Der_Fuehrer, der Satire in Nazibrülldeutsch verfasst. „Eva schömpft, ich solle gefälligst aufrrräumen. Mein Arrrbeitszimmer sähe aus, als wäre eine Bombe hochgegangen“, schreibt Der_Fuehrer zum Beispiel. Ich gebe zu, ich habe bei diesem Satz gelacht. Aber darf man sich über Hitler amüsieren? Eine schwierige Frage, speziell für Österreicher und Deutsche. Führerwitze schwanken zwischen Satire und Geschmacklosigkeit, und nicht jeder ist ein Charlie Chaplin, der diesen Balanceakt stilsicher meisterte. Auch Der_Fuehrer auf Twitter schafft das nicht immer. Manchmal sind seine Schmähs eher mau oder sorgen für besorgtes Stirnrunzeln. Trotzdem folgen ihm bereits mehr als 6000 Menschen, lauschen jedem Wort des Zwitscherdiktators, verbreiten treu seine Botschaft. Da mache ich nicht mit. Ich habe nämlich aus der Geschichte gelernt: Im Zweifelsfall lieber nicht dem Führer folgen.


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