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Medien | aus FALTER 50/09 vom 09.12.2009

Samsung Pixon 12: ein Handy als Vexierbild

prüfbericht: thomas vaŠek

Schon Wittgenstein dachte über ein berühmtes Vexierbild nach. Je nachdem, wie man es betrachtet, sieht man einen Hasen oder eine Ente. Aber was zeigt das Bild wirklich? Und kann man darüber überhaupt etwas Sinnvolles sagen? Was mich auf direktem Wege zum Pixon 12 von Samsung bringt. Von vorn sieht es aus wie ein Touchscreen-Handy, von hinten wie eine Digitalkamera. Handelt es sich nun um ein Handy oder um eine Kamera? Wittgenstein würde sagen, auf den Gebrauch kommt es an.

Mit einer Auflösung von 12 Megapixeln kann das Pixon 12 mit gängigen Kompaktkameras im gleichen Auflösungsbereich durchaus konkurrieren. Unter dem Kameraaspekt betrachtet besitzt das Gerät (rund 600 Euro) einige nachgerade luxuriöse Funktionen, vom Xenon-Blitz bis zur Objektverfolgung per Autofokus. Für Videoaufnahmen hat der Hersteller zusätzlich eine weiße LED-Leuchte spendiert. Unter dem Handy-Blickwinkel zeigt das Pixon 12 ein paar Stärken und einige Schwächen. Das Gerät hat WLAN und GPS an Bord, Letzteres allerdings ohne eigene Navigationssoftware. Der Aktiv-Matrix-OLED-Bildschirm liefert ein superscharfes, kontrastreiches Bild. Mit dem Samsung-eigenen Webbrowser „Dolphin“ lassen sich Webseiten mit einem Finger zoomen. Der MP3-Player allerdings klingt eher bescheiden. Das Pixon 12 mag als Handy wie als Kamera taugen. Als Musikspieler ist es nicht zu gebrauchen. Zum Glück, sonst wüssten wir überhaupt nicht mehr, worum es sich hier handelt.

Thomas VaŠek ist Journalist und Buchautor in München


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