„Ich habe einen Verlag, aber keinen Verleger“

Feuilleton | aus FALTER 50/09 vom 09.12.2009

Der Briefwechsel zwischen Thomas Bernhard und seinem Verleger Siegfried Unseld ist das Dokument einer lebenslangen Hassliebe

Lektüre: Tobias Heyl

Am 22. Oktober 1961 meldet sich der 30-jährige Thomas Bernhard bei Siegfried Unseld: Er habe dem Suhrkamp Verlag, dessen Produktion er außerordentlich schätze, ein paar Tage zuvor ein Manuskript geschickt. Nun käme er demnächst nach Frankfurt: Ob man sich vielleicht treffen könne?

So bescheiden und leise beginnt der Briefwechsel zwischen dem bedeutendsten österreichischen Schriftsteller und dem bedeutendsten deutschen Verleger der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Zu den vielen bitteren Pointen dieser nun öffentlichen Korrespondenz gehört die Tatsache, dass der von Bernhard eingereichte Text erst im Jänner 1989, zwei Monate vor Bernhards Tod, in Teilen erschienen ist, und zwar nicht bei Suhrkamp, sondern im Residenz Verlag unter dem Titel „In der Höhe. Rettungsversuch. Unsinn.“

Im November 1988 erfährt Unseld vom Plan


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige