Zwei verliebte Mörder tun nur ihre Pflicht

Feuilleton | aus FALTER 50/09 vom 09.12.2009

Ein grimmiger Roman über den Gottesstaat Iran: „Teheran Revolutionsstraße“ von Amir Hassan Cheheltan

Buchkritik: Karl-Markus Gauss

Es gibt großartige Bücher, die zu empfehlen man gleichwohl zögert. So verhält es sich mit dem Roman „Teheran Revolutionsstraße“ des iranischen Autors Amir Hassan Cheheltan, der in seiner Heimat zu den bekanntesten Schriftstellern gehört und 1998 dennoch auf eine Todesliste geriet. Damals wurden etliche Autoren, Kritiker, Verleger entführt und später – wie die Dichter Mohammad Mokhtari und Mohammad Djafar Puyandeh – erdrosselt oder erschlagen am Stadtrand Teherans aufgefunden. Cheheltan gelang die Flucht nach Italien, von wo er, als sich die Gesellschaft zu liberalisieren schien, sogleich in den Iran zurückkehrte.

Wie umkämpft die Macht im Staate dort ist, zeigt auch die Tatsache, dass Cheheltans Bücher in den letzten Jahren abwechselnd verboten und mit literarischen Preisen ausgezeichnet wurden. Als 2007 sein Roman „Iranische Morgenröte“


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