Mit Hammer und Meißel. Mit Phallus und Sichel

Feuilleton | aus FALTER 50/09 vom 09.12.2009

Alfred Hrdlicka war wohl der Letzte seiner Art: ein sturer Steine- und Sprücheklopfer und selbsternannter Stalinist

Nachruf: Matthias Dusini

Alfred Hrdlickas war ein österreichischer Künstler des Kalten Krieges. Mit dem Ende der ideologischen Auseinandersetzungen zwischen Ost und West nach 1989 wurde es auch um jenen Künstler ruhiger, dessen ästhetisches Erregungspotenzial sich aus der willkürlichen Teilung in eine kapitalistisch abstrakte und eine gegenständlich sozialistische Kunst speiste. Kein großes Wiener Museum widmete ihm letztes Jahr anlässlich seines 80. Geburtstags eine Retrospektive; die organisierte sein Galerist Ernst Hilger im Künstlerhaus.

Hrdlicka lebte und arbeitete in Wien. Als Kind durchlitt er die Nazi-Zeit im kommunistischen Untergrund. Er studierte zuerst an der Akademie der bildenden Künste Malerei, dann bei Fritz Wotruba Bildhauerei. 15 Jahre unterrichtete er selbst an der Stuttgarter Akademie, kürzere Zeit auch in Hamburg und Berlin sowie an der Wiener


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