Wahnsinn, Krebs und Mathematik: Frohe Weihnachten mit „Un conte de noël“

Feuilleton | Joachim Schätz | aus FALTER 50/09 vom 09.12.2009

Minimalismus kann man Arnaud Desplechin nicht vorwerfen: Spätestens seit seinem tragikomischen Diptychon „Rois et reine“ (2005) spielt der Franzose – was pointiertes Wuchern und fein kalibrierte Maßlosigkeit angeht – in einer Klasse für sich. Mit „Un conte de noël“ hat Desplechin ein üppiges fünfgängiges Festtagsbankett von einem Familiendrama aufgetragen und einen veritablen Allstar-Cast zur Feier eingeladen.

Weil Mutter Junon (Catherine Deneuve) an Krebs erkrankt ist, versammelt sich der Vuillard-Clan zu den Weihnachtsfeiertagen im elterlichen Anwesen. Anlass zu Zwistigkeiten gibt vor allem Tunichtgut Henri (Mathieu Amalric), der – von Junon ungeliebt, von seiner Schwester Elizabeth (Anne Consigny) vor Jahren aus der Familie verbannt – seine große Stunde gekommen sieht: Als Knochenmarkspender sind nur er und ein psychisch labiler Neffe geeignet. Während die Familie eifrig Junons Überlebenschancen durchrechnet, erfährt Schwiegertochter Sylvia (Deneuves Tochter


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