Sein letzter Kampf

Stadtleben | aus FALTER 50/09 vom 09.12.2009

Zaurbek B., Mörder des „serbischen Stiers“ Edip Sekowitsch, wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt

Rekonstruktion: Christoph Heshmatpour, Wolfgang Paterno

Fünfzig Augenpaare starren ihn an, und Zaurbek B. starrt auf den Parkettboden des Saals 303 im Landesgericht für Strafsachen. Seine Finger spielen mit einem zerzausten Taschentuch, regelmäßig fährt er sich mit dem zerknüllten Papier übers Gesicht, als wolle er die Schuld wegwischen, die er auf sich geladen hat.

Zaurbek B. hat Edip Sekowitsch umgebracht, den großen Boxer, der früher als der „Stier von Serbien“ bekannt war. In einer Spätsommernacht des vergangenen Jahres hat sich der tschetschenische Flüchtling im Lokal des ehemaligen Boxweltmeisters auf der Wieden betrunken. Im Morgengrauen kommt es zu einem Streit, die beiden kämpfen. B. zückt sein Messer. Er sticht mehrmals zu, auch in Sekowitschs Herz. Heute richten acht Geschworene über B., der die Verhandlung großteils reglos und mit gesenktem Blick über sich ergehen


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