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Grundkurs Kochen (58)

Stadtleben | aus FALTER 50/09 vom 09.12.2009

Besser als die Isomatte ist Suppe mit viel Misopappe

Hardcore-Vegetarier müssen wir heute vielleicht enttäuschen. Zumindest jene, die immer geglaubt haben, dass die Misosuppe im Sushilokal eh „rein vegetarisch“ und irre gesund ist. Gesund ist sie schon (zumindest wenn das Miso dafür nicht mit Konservierungsstoffen verdorben wurde), vegetarisch eher nicht. Hauptbestandteil der Suppe ist nämlich Dashi. Und Dashi ist Fischsud, wäh! In Japan gehört die Misosuppe traditionell zum Frühstück.

Miso ist eine Paste aus vergorenen Sojabohnen und entweder Reis, Gerste oder anderem Getreide, vom Gesundheitsaspekt her dürfte das milchsauer vergorene Miso unserem Sauerkraut entsprechen – es ist also sehr gesund. Schmeckt aber auch. Fast jedes Asiageschäft hat Miso im Kühlregal, eingeschweißt in Plastikbeuteln. Die Bestandteile genauer zu studieren, zahlt sich aus. Je heller, desto süßlicher, je dunkler, desto herber schmeckt es.

Diese Misosuppe ist sogar für Vegetarier geeignet, wenn man Dashi (gibt es als auch Instantpulver) durch Gemüsesuppe (gibt es als Würfel oder selbst hergestellt) ersetzt. So geht’s: Wir erhitzen die Suppe, schneiden Saisongemüse, Frühlingszwiebeln etc. sehr fein und kochen es mit Tofuwürfeln nur ganz kurz in der Suppe mit. Man kann noch (getrocknete eingeweichte oder frische) Pilze oder ein Stückchen Kombualge in die Suppe geben, das macht das Ganze irgendwie authentischer.

Dann kommt das Miso ins Spiel. Die Suppe darf nicht mehr kochen. Wir rühren im Schöpflöffel die Paste (2–3 EL auf 1 Liter Flüssigkeit) mit etwas Suppe an und mischen sie dann mit dem Rest der Suppe. Mit Sojasauce abschmecken und servieren. Angeblich isst man in Japan Misosuppe nicht mit dem Löffel. Man fischt mit den Stäbchen die Gemüsebestandteile heraus und trinkt den Rest laut schlürfend. Aber man kann’s auch übertreiben. cw


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