Vom Nachleben einer Immobilie

Steiermark | aus FALTER 50/09 vom 09.12.2009

Auch sechs Jahre nach dem Abriss beschäftigt das Grazer Kultlokal Kommod die Gerichte

Bericht: Herwig G. Höller

Ein denkmalgeschütztes Haus abzureißen – ich dachte nie, dass das möglich ist“, erklärt Rudolf Bratschko. Der Grazer Zahnarzt besitzt bescheidene 1,2 Prozent eines Grundstücks, auf dem bis zum Oktober 2003 ein Biedermeierbau – besser bekannt als „Kommod-Haus“ – stand. Er sei vor vielen Jahren in den Besitz des Minianteils gekommen, erzählt Bratschko. „Sein“ Zwölf-Quadratmeter-Zimmer habe aber nie gesehen. Auch im 1986 eröffneten Kommod, das dem Haus später seinen Namen gab, war der Zahnarzt kein einziges Mal gewesen.

Nichtsdestotrotz hält gerade Bratschko wie kein anderer die Erinnerung an das legendäre Lokal hoch, das mit dem Abbruch des Hauses sein Ende fand. Das Kommod lebt – in Dutzenden Verfahren vor Bezirks- und Landesgericht, vor dem Obersten Gerichtshof in Wien, in Ermittlungen von Staatsanwaltschaften in Wien und Graz. Letzte Woche wurde ein

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