Kein Spiel ohne Regeln: Das Grazer Rechbauerkino zeigt eine Retrospektive des „Dogma“-Stars Lars von Trier

Steiermark | aus FALTER 50/09 vom 09.12.2009

Bericht: Joachim Schätz

Bisher hat es ein bisschen wehgetan; aber jetzt müssen wir etwas finden, das wirklich eine Spur an dir hinterlässt.“ Der Satz könnte aus einem jener melodramatischen Sadomaso-Szenarien stammen, mit denen Lars von Trier seit Mitte der Neunzigerjahre international Kinosäle füllt und Kontroversen anzettelt. Dieser Satz könnte etwa fallen, kurz bevor zur Klimax hin eine duldsame Märtyrerin vergewaltigt wird (in „Breaking the Waves“ oder „Dogville“) oder ein ahnungsloser Idealist seine große Abreibung erhält (in „Europa“ oder „Antichrist“). Tatsächlich kommt diese Drohung aber aus dem Mund des dänischen Regie-Demiurgen höchstpersönlich, im Rahmen eines ganz anderen Folterprogramms: In „The Five Obstructions“ (2003) lässt von Trier seinen Mentor und Freund Jørgen Leth fünf verschiedene Remakes eines Kurzfilm-Frühwerks inszenieren – nach strengen, oft absurden Ge- und Verboten, die der jüngere Kollege mit sichtlichem Vergnügen

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