Pure Kane

Steiermark | aus FALTER 50/09 vom 09.12.2009

dramagraz zeigt Sarah Kanes wüsten Erstling

Rezension: Hermann Götz

Im Jänner des Jahres 1995 wurde Sarah Kanes erstes Stück „Zerbombt“ uraufgeführt. Da war Curt Cobain bereits zehn Monate tot. Kane, die an depressiven Schüben litt, erhängte sich vier Jahre später: am 20. Februar 1999. Damit waren die Neunzigerjahre am Theater so gut wie gelaufen. Es ist eine verdammt kurze Karriere, die die 1971 im britischen Essex geborene Kane (heute wäre sie gerade einmal 38 Jahre alt) hinlegte: fünf Stücke in vier Jahren. Und doch wurde sie zum Symbol für ein ganzes Jahrzehnt. Heute Sarah Kane auf den Spielplan zu nehmen, das ist wie eine Party mit Nirvana zu beschallen. Nicht retro, aber schon ein bisschen aus der Zeit. Hinzu kommt, dass die Brutalität von Kanes Stücken kaum zu ertragen ist.

Es passt also perfekt zu Ernst M. Binder, genau jetzt Sarah Kanes erstes Drama auf die Bühne zu bringen, zumal es bemerkenswert ist, dass ein kleines Off-Theater überhaupt die beim Rowohlt Theaterverlag


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