Heidi List

Word

Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Kolumnen | aus FALTER 50/09 vom 09.12.2009

Was Sie nie über Sex wissen wollten: Heidi List antwortet, bevor Sie fragen

Immer bin ich Leuten gefolgt, deren sinnreiche Gedanken, verpackt in eloquentes Gepose, ich angeifern konnte. Fand’s auch immer sexy, wenn wer gut quatschte. Damit’s hier auch um Sex geht.

Aber jetzt schleicht sich da so eine gewisse Müdigkeit ein. Und es durchzuckt mich beim intelligenten Gespräch hie und da ein „Weißt was? Goschen. Goschen“. Letztens aber traf ich einen ziemlich viel jüngeren ehemaligen Kollegen wieder. Und wir meinten, wir wollten uns mal wiedersehen. Ich sagte, gute Idee. Und da sagt der zu mir: „Word.“ Wie so ein Rapper. Blöd, oder? Fand ich aber plötzlich cool. Cool as fuck, damit es hier noch mal um Sex geht. Word. Word. Word. Es sind diese Sekundenzufälle, die einem einfahren. Das kann keiner beeinflussen. Letztens hat mir wer gesagt, er wird sich ewig erinnern, wie ich vor 25 Jahren einmal laut in die Runde gesagt hätte: „Ich bin ein Kind, ein deppertes, in meinem Hirn, da scheppert es.“

Das hat der sich bis heute gemerkt. Brutal erschütternd, angesichts der wirklich vielen bedeutenden Dinge, die ich in meinem Leben verbal schon so abgesondert habe. Tja. Word.


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