Kommentar

Die ausgleichende Ungerechtigkeit und der Fall Helmut Elsner

Reform der U-Haft


Florian Klenk
Falter & Meinung | aus FALTER 51/09 vom 16.12.2009

Sein Haftraum misst 15 Quadratmeter. Einmal am Tag darf der Untersuchungshäftling im „Spazierhof“ eine Stunde im Kreis gehen, einmal die Woche Besuch für eine halbe Stunde empfangen. Ansonsten darf Elsner nur auf sein Urteil warten – und das seit 1189 Tagen.

Bei einem Besuch im Herbst wirkte er herrisch wie eh und je, aber gesundheitlich mitgenommen. Auf dem Spind des einst so gefürchteten roten Bankers klebt nun eine Postkarte mit einem Schutzengerl. Auch eine Ausgabe des profil liegt in Elsners Zimmer. Das Titelblatt ziert seine Frau Ruth.

Sie macht dieser Tage mobil. Ihr herzkranker Mann lebe wie in einer Todeszelle, klagte sie bei einer Pressekonferenz. Er müsse aus gesundheitlichen Gründen entlassen werden. Andere Beschuldigte im Bawag-Prozess seien doch auch auf freiem Fuß.

Ist die Haft wirklich rechtswidrig, wie Frau Elsner sagt? Nein. Und genau das ist das Problem. Elsners lange U-Haft zeigt, dass Strafprozesse beschleunigt und U-Haft modernisiert gehören. Denn sie dient

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