Kolumne

Obama ist kein Kriegstreiber – obwohl es mitunter so scheint

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 51/09 vom 16.12.2009

Der Afghanistan-Krieg bringt die deutsche Regierung ins Trudeln und leitet die Entzauberung des US-Präsidenten ein, der wie kaum ein anderer überzogene Erwartungen und Hoffnungen auf sich vereint hat. Noch ist kein Jahr seiner Präsidentschaft vergangen und schon sprechen linke und rechte Medien von einer politischen Wende Obamas – die einen enttäuscht, die anderen schadenfroh. Tatsächlich war es für Obama-Fans irritierend mit anzuhören, wie der Träger des Friedensnobelpreises in seiner Dankesrede den Krieg rechtfertigte, und das auch noch mit Argumenten, die an seinen Vorgänger im Weißen Haus erinnerten.

Das Manuskript – meint die liberale amerikanische Wochenzeitung Newsweek – könnte genauso gut von den neokonservativen Beratern George W. Bushs stammen. Er sei kein Martin Luther King und kein Mahatma Gandhi, sagte Obama, sondern der Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte, durch Eid verpflichtet, seine Nation vor Angriffen und Gefahren zu schützen, auch mit militärischer


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