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Medien | aus FALTER 51/09 vom 16.12.2009

Samsung Blue Earth: Der „Öko-Knochen“ war einmal

Prüfbericht: Thomas Vašek

Klimaschutz hat ein Imageproblem. Man denkt an hässliche Energiesparlampen, an landschaftsverschandelnde Windräder, an Freudlosigkeit und Verzicht. Entsprechend schwer haben es etwa Handyhersteller mit ihren „grünen“ Ambitionen. Spaß verbraucht eben Energie. Jede neue Funktion, vom MP3-Player über Touchscreen bis zum E-Mail-Programm, zieht Saft aus dem Akku. Eines der ersten Öko-Handys, das Samsung E1107, lässt sich zwar via Solarzellen klimaschonend aufladen. Doch dafür kann es praktisch nur telefonieren. Irgendein Tester prägte dafür den schönen Ausdruck „Öko-Knochen“. Aus den Erfahrungen hat Samsung gelernt: Das neue Modell „Blue Earth“ (rund 400 Euro) kommt an den heutigen Handystandard deutlich näher heran. Das Gerät verfügt über UMTS, Touchscreen, WLAN, Kamera und einiges mehr. Das Gehäuse ist aus wiederaufbereiteten Plastikflaschen gefertigt. Im „Öko-Modus“ lassen sich Displayhelligkeit und andere Funktionen nach Energieeffizienzkriterien regulieren. Und man hat sich ein paar clevere Features ausgedacht, wie etwa eine Fußgängersoftware, welche die CO2-Ersparnis auf einer bestimmten Strecke ausrechnet. Ganz lustig ist auch die schlichte Pappverpackung, aus der man Bilderrahmen machen kann, statt sie einfach wegzuschmeißen. Mit Produkten wie „Blue Earth“ ist Samsung sicherlich auf dem richtigen Weg. Klimaschutz muss schick sein und Spaß machen. Wer kauft sich schon ein Handy, um damit die Welt zu retten?

Thomas Vašek ist Journalist und Buchautor in München


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