Die Welt ist wild und weit. Wir sind bereit!

Feuilleton | aus FALTER 51/09 vom 16.12.2009

Spike Jonzes Adaption von „Wo die wilden Kerle wohnen“ ist ein erwachsener Film übers Erwachsenwerden

Psychologisches Gutachten: Klaus Nüchtern

Alle sind immer deppert, alle! Die ältere Schwester will nicht spielen. Mit den Freunden macht das Spielen bald keinen Spaß mehr. Der Geo-Prof erklärt gutgelaunt, dass die Sonne sterben und das ganze Universum untergehen wird. Die Mutter behauptet, beschäftigt zu sein, turtelt aber bloß mit ihrem Freund. Und dann gibt es auch noch tiefgefrorenen Mais zum Abendessen – zum Weglaufen das alles! Und genau das tut Max denn auch. Jedenfalls in Spike Jonzes Kinoadaption von Maurice Sendaks „Where the Wild Things Are“ – im Kinderbuchklassiker von 1963, an dem seitdem kaum ein Kind dies- und jenseits des Atlantiks vorbeigekommen ist, geht Max ohne Essen ins Bett.

Wie macht man aus einem zehn Sätze starken Kinderbuch einen 100 Minuten langen Spielfilm? Man verpasst ihm zunächst einmal eine rund 20 Minuten dauernde Introduktion, in der die


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