Musterzimmer für das globale Bürgertum

Feuilleton | aus FALTER 51/09 vom 16.12.2009

Der Künstler als Raumausstatter steht im Mittelpunkt zweier Ausstellungen im Belvedere und der Secession

Kritik: Matthias Dusini

Die Interieurs der Secessionisten von 1900 sind eine Art Fetisch der Wiener Kulturgeschichte. Nicht wegzudenken die Kritik an deren „Garniturdenken“ aus dem Munde von Adolf Loos, einem scharfzüngigen Schnösel mit dem Habitus eines altösterreichischen Aristokraten. Was an der Schwelle zum Zeitalter industrieller Fertigung über Luxus und Funktionalität, Stil und Antistil gestritten wurde, gehört zu den spannendsten Kapiteln der Designgeschichte. Würde die Kunst demokratisch werden?

Der englische Künstler Marc Camille Chaimowicz, Jahrgang 1947, lebte 1982 in Wien, als Architekten wie Hermann Czech die Ideen von Adolf Loos und Josef Frank (1885–1967) wiederbelebten. Zur Erinnerung: Frank war der mit den blumigen Möbelbezügen und hatte die Beiläufigkeit zum Stilprinzip erhoben.

Chaimowicz zeigt in der Secession die damals entstandene Arbeit „Vienna


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