Stadtrand

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Joseph Gepp | aus FALTER 51/09 vom 16.12.2009

Die Gefahr klingelt leise und nennt sich WHAM

Jahrzehnte haben aufrechte Musikfans gestritten, ab wann man eine Band nicht mehr gut finden darf, weil sie sich an den Kommerz verkauft hat. Wenn sie da oder dort konzertiert? Mit diesem oder jenem Gaststar? Wenn ihr neues Album auf CD statt im Netz erscheint? Der Falter hat nach langen kulturwissenschaftlichen Studien eine Antwort auf die Frage gefunden: Die Band sei unten durch, wenn sie einen Weihnachtshit produziert. Weihnachtshits sind schlechte Lieder, die von schlechten Radiosendern gespielt werden. Unaufhörlich. Immer, immer wieder. Dass Weihnachtshits mindestens so schädlich sind wie Computerkriegsspiele oder permanenter Marihuanakonsum, hat nun dankenswerterweise die Gewerkschaft der Privatangestellten erhoben und auf Burn-outs und Ohrenschäden bei Verkaufsangestellten hingewiesen. Also, Entscheidungsträger, worauf wartet Ihr noch! Muss immer erst etwas passieren? Schafft Schutzzonen. Sperrbezirke. Ruheinseln. Sperrt den Weihnachtshit weg! Beschallt damit Terroristen in Guantanamo. Aber nicht den aufrechten Musikfan.


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