Neuer alter Gürtel

Stadtleben | aus FALTER 51/09 vom 16.12.2009

Einst war er Wiens verrufene Rotlichtmeile. Dann wurde er zum exemplarischen Szeneviertel. Droht das Erfolgsprojekt Gürtel jetzt wieder zu verkommen?

Bericht: Joseph Gepp

Es ist erst viertel neun Uhr abends, als ein unbekannter Mann nahe der U6-Station Thaliastraße in den Weg von Walter Riedl*) tritt.

„Hast du Tschick?“, fragt er. Riedl verneint, und ehe er sichs versieht, hat er die Faust des Fremden im Gesicht. Dann treten vier weitere Männer aus dem Gebüsch. Es sind Jugendliche, 16 bis 19 Jahre alt, serbischer Abstammung. Einer umfasst von hinten seinen Hals, entreißt ihm die Geldbörse. „Du Lügner, du Lügner“, schreien die Angreifer, als sie Zigaretten in Riedls Jackentasche entdecken. Sie drücken ihn zu Boden. „Ich sah schon vor mir, wie sie auf mich eintreten“, erzählt Riedl heute. Doch sie lassen von ihm ab und fliehen mit 40 Euro Beute und einer angebrochenen Packung Zigaretten.

Walter Riedl, 34, arbeitet im Gürtellokal Chelsea, wo er Konzerte organisiert. Drei


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