Fußball

Glosse

Stadtleben | aus FALTER 51/09 vom 16.12.2009

Wolfgang Kralicek über das Treiben auf und neben dem Spielfeld

Ausgepfiffen: ein Schiri ohne Fingerspitzengefühl

Am Samstag leitete der Wiener Schiedsrichter Fritz Stuchlik das 267. und letzte Bundesligamatch seiner erfolgreichen Karriere. Stuchlik war zugleich einer der besten und unbeliebtesten Schiedsrichter des Landes. Das ist nicht unbedingt ein Widerspruch: Der beste U-Bahn-Kontrollor Wiens ist sehr wahrscheinlich auch nicht everybody’s darling. Unter anderem haben Fans und Fußballer Stuchlik immer wieder mangelndes „Fingerspitzengefühl“ vorgeworfen. Stuchlik meinte dazu nur trocken, er sei im Regelbuch noch nie auf dieses Wort gestoßen. Ein Schiedsrichter mit Fingerspitzengefühl nimmt es mit den Regeln nicht immer ganz genau – das macht ihn sympathisch, aber auch unberechenbar. Fritz Stuchlik war auf dem Platz ein verlässlicher Unsympathler. Und vermutlich genau deshalb einer der Besten.


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