Hundert Jahre Zeitausgleich

Befindlichkeitskolumne

Steiermark | aus FALTER 51/09 vom 16.12.2009

Palindrome aus Graz und Umgebung I

1. Nach Tragödien Shakespeare’schen Ausmaßes, wo den Zeitungen eh nichts einfällt außer Großaufnahmen von Angehörigen und geschmacklosen Mutmaßungen über Hormonhaushalt, Gefühlswallungen in der Pubertät und böse Computerspiele, wäre es besser, still zu sein und den Gesprächen am Friedhof zu lauschen: E: BEILEID. A: JAJA, DIE LIEBE ...

2. Herr Bürgermeister, welche Künstler und -innen, gerade im Bereich der modernen E-Musik, strahlen so weit über Graz hinaus, dass sie als Beleg dafür dienen könnten, dass Graz den Titel „City of Design“ wirklich verdient? NAGL: OLGA N.!

3. Man möchte auch die letzte Ruhestätte im Sinne der Nachhaltigkeit gestaltet wissen. Der britische Designer William Warren schlägt „shelves for life“ vor, Regale, die nach dem Ableben zum Sarg umgebaut werden können. Diese Idee ist vielen zu makaber. Umweltfreundlicher wäre es noch, sich auf die Wiese zu legen und auf Verwesung zu warten. Auch keine freundliche Aussicht: EIN GRASLAGER? NIE! EIN REGALSARG? NIE! Es gibt eine dritte Möglichkeit: Die Bestattungs-AG bietet Bio-Särge (aus Holzabfällen, aus Fernitz) an. Sie sind biologisch abbaubar, und die Nachfrage ist enorm.

4. Wie könnte man das „Zentrum für ambulante Rehabilitation“ in Graz attraktiver bewerben als mit: „Wir helfen ihnen“ und es für potenzielle Kunden von außerhalb interessanter machen? GRAZ LIEGT GEIL. ZARG.

Dramatiker Johannes Schrettle ist zwar kaum in Graz, dennoch weiß er immer was von dort zu berichten


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige