Kindermusiktheater Kritik

Herz ist Trumpf: Pop-Oper in der Volksoper

Isa Grossmann | Lexikon | aus FALTER 51/09 vom 16.12.2009

Kolonovits kann’s doch: Sowohl Kinder als auch Erwachsene, die der Geschichte des wilden Reißteufels (grundsympathisch: Daniel Schmutzhard) und seiner Gegenspielerin Antonia (pfiffig: Johanna Arrouas) lauschten, untermauerten das mit donnerndem Applaus. Musikalisch spannt Christian Kolonovits in seiner Pop-Oper „Antonia und der Reißteufel“ den Bogen von der Sinfonie übers Musical bis zum Muss-halt-auch-sein-Rap – aber das alles durchdacht und gekonnt zusammengesetzt, besonders in dem Moment, in dem der stumme Diener (famos: Martin Bermoser) seine Stimme wiederbekommt. Dem schrulligen Reißteufel wurde vom Zeitenfresser (grandios böse: Martin Winkler) das Herz gestohlen. Energie holt er sich nun von Kindern, die er entführt und ihrer Stimmen beraubt. Bei Antonia gerät er aber an die Falsche. Sie weigert sich, für ihn zu singen, erkennt aber, dass der Reißteufel einfach nur sein Herz wiederhaben muss. Mit Hilfe zweier Fledermäuse (Martina Dorak, Thomas Markus) kann sie dem Reißteufel sein Herz zurückbringen. Der will es aber gar nicht, seine Urstrumpftante (überzeugend schreckschraubig: Ulrike Steinsky) weiß es besser, am Schluss haben alle Kinder ihre Stimmen (sehr gut: der Kinderchor) und Freiheit wieder. Was der Urstrumpf dabei für eine Rolle spielt, findet man am besten selbst heraus.

Volksoper, 3., 7. und 17.1.


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