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Das Gesetz der Serie: zehn Uraufführungen

Lexikon | aus FALTER 52/09 vom 23.12.2009

Nach der „Strudlhofstiege“ (2008) und „Freud und die Folgen“ (2009) wird das erfolgreiche Format der Theaterserie im Schauspielhaus auch in dieser Spielzeit bedient. Für „Die X Gebote“ wurden zehn überwiegend prominente Autorinnen und Autoren (darunter Paulus Hochgatterer und Kathrin Röggla, Ilija Trojanow und Iwan Wyrypajew) eingeladen, zu je einem der zehn Gebote ein 45 Minuten langes Stück für vier Schauspieler zu schreiben; im Unterschied zu bisher stehen diesmal also weniger die Regisseure als die Autoren im Mittelpunkt. Neu ist auch der Spielort: Die neue Serie wird nicht in der winzigen Schneiderei, sondern im etwas größeren Nachbarhaus (der früheren S-Bar) statt.

Wie gehabt, hat jede Woche am Donnerstag eine neue Folge Premiere, wobei die Stücke nicht in der Reihenfolge der Gebote aufgeführt werden. Den Anfang macht das achte Gebot („Du sollst nicht falsches Zeugnis geben wider deinen Nächsten“), dem sich der hauseigene Dramatikerjungstar Ewald Palmetshofer widmet. Seine Politfarce „herzwurst. immer alles eine tochter“ dreht sich auf sprachlich gewohnt gewitzte Weise um die TV-Rede eines „Präsidenten“, der deutliche Züge des FPÖ-Nationalratspräsidenten Martin Graf trägt; aber auch Andreas Khol („Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit“) kommt zu Ehren.

Ganz andere Töne schlägt in der nächsten Folge der Grazer Romancier Clemens J. Setz („Die Frequenzen“) an, dem zum neunten Gebot („Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau“) der Komödienthriller „Mauerschau“ eingefallen ist: Ein Paar, das einen Stalker stalkt, wird von diesem in ein abgründiges Beziehungsdrama involviert. Fortsetzung folgt. Wk

Schauspielhaus, 8. Gebot 31.12., 6. bis 8.1., 21.00; 9. Gebot 13. bis 15.1., 21.00


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