Ohren auf!

Sammelkritik


Klaus Nüchtern
Lexikon | aus FALTER 52/09 vom 23.12.2009

Wer die Geschichte, wie Johnny Hartman und John Coltrane 1963 ins Studio gegangen sind, jetzt nicht so parat hat, braucht sich nicht grämen, Kurt Elling erzählt sie auf diesem Livemitschnitt eh noch einmal. Ans Original, auf dem das Quartett, das nur ein Jahr später „A Love Supreme“ einspielen sollte, mit dem Sänger einige Perlen des Great American Songbook zum Besten gab, reicht „Dedicated to You“ (Concord) aber nicht heran: Das zusätzlich eingesetzte Streichquartett wirkt eher deplatziert, Ernie Watts’ Saxofon und Ellings sehr sonore, freilich auch zu erratischen Expressionismen neigende Stimme wechseln einander ab, schaffen es aber selten, in ein echtes Spannungsverhältnis zu treten.

Vollkommen spannungsfrei sind die Einspielungen, die Willie Nelson auf „American Classic“ (Blue Note) von zwölf an sich zerstörungsresistenten Songs gemacht hat. Bei der Schubkraft von „Fly Me to the Moon“ kommt die Rakete maximal bis Hütteldorf. Dass der Mann nicht wirklich singen

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