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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 52/09 vom 23.12.2009

In dem schönen Film „Die Frau mit den 5 Elefanten“, den anzupreisen ich vor der widmungsgemäßen (siehe S. 31) beziehungsweise missbräuchlichen Verwendung aller mir zur Verfügung stehenden Kanäle nicht zurückschrecke, gibt es eine berührende Szene, in der sich die nach vielen Jahrzehnten erstmals wieder in ihre ukrainische Heimat reisende Titelheldin beim Schaffner dafür bedankt, dass er mit der Ausführung seiner Tätigkeit so lange zugewartet habe, bis sie und ihr Gesprächspartner zu Ende gesprochen hätten. Dass das Zartfühlende auf dem Vormarsch sei, lässt sich in Zeiten, in der uns – vorzugsweise aus dem Landesstudio Kärnten – die Deppenfäustlingshaftigkeit überbräunter Apologeten der neuen Unverschämtheit täglich dreist entgegengrinst (siehe „Best of Böse“), nicht behaupten. Umso dringender ist es geboten, dagegenzuhalten, immer „bitte“, „danke“, „guten Tag“ und „auf Wiedersehen“ zu sagen – und zwar nicht aus Konventionshörigkeit, sondern aus Respekt und damit der Zephyr der Zartfühlendheit das Ungute verblasen möge (siehe auch Shelleys „Ode to the West Wind“).

In der letzten Nummer des Jahres möchte ich mich daher exzessiv bedanken – bei den Kolleginnen und Kollegen, die emsig, engagiert, enragiert und enthusiasmiert von Woche zu Woche das Blatt vollmachen (helfen), vor allem aber bei Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, die Sie das dann auch noch lesen. Gewiss haben wir Sie auch hin und wieder geärgert – hier bitte ich um Nachsicht Ihrerseits und Einsicht unsererseits (oder umgekehrt, hehe). Mir sehen sich wieder am 13.1.2010, God bless you all!


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