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Bücher, kurz besprochen

Politik | Matthias G. Bernold | aus FALTER 52/09 vom 23.12.2009

Letzter Aufruf zur Rettung der Welt

Wer keine allzu großen Probleme mit US-amerikanischem Pathos hat, wer die Bibelstellen und die Gedichte des Autors einfach überblättert, der wird an diesem Buch seine Freude haben: Al Gores neueste Publikation über den Klimawandel liefert nämlich eine erstklassige, leicht verständliche Diagnose eines sich erwärmenden Planeten samt möglicher Heilmittel. „Noch können wir es schaffen, das Klimagleichgewicht wieder herzustellen“, schreibt der ehemalige US-Vizepräsident, der sich nach seiner Wahlniederlage gegen George W. Bush im Jahr 2000 der Rettung des Planeten verschrieb, in seinem Vorwort.

In seinem mit beeindruckenden Fotos und Grafiken illustrierten Buch, das sich vermutlich auch gut für den Einsatz im Schulunterricht eignet, werden nicht nur die Grundlagen des vom Menschen verursachten Treibhauseffekts erklärt, sondern auch die klimarelevanten Implikationen von Forstwirtschaft, Straßenverkehr, Energiegewinnung und Landwirtschaft. Statt zu resignieren, mit Flammenschrift das Menetekel des Weltuntergangs an die Wand zu malen, liefert Gore – wissenschaftlich fundiert – die Rezepte, wie wir unsere Welt heil an kommende Generationen übergeben können. Von der Umstellung der Lebensweise über die Abkehr von fossilen Brennstoffen bis hin zur globalen Klimastrategie steht alles drin. Jetzt braucht es nur noch umgesetzt zu werden.

Al Gore: Wir haben die Wahl – Plan zur Lösung der Klimakrise. Riemann, 416 S., € 21,95


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