Nachgetragen

Wien, Europa und die Welt. Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Politik | aus FALTER 52/09 vom 23.12.2009

„Messer? Finden wir jeden Tag dutzende“ – ein Selbstversuch

Bernhard Riedmann

Mit einem Schweizer Taschenmesser hat man keine Chance. Zumindest nicht im Straflandesgericht im achten Bezirk. Der Metalldetektor piepst, der Herr von der Sicherheitsfirma nimmt das Messer in Gewahrsam und schreibt eine Quittung. In Hollabrunn war das anders. Dort betrat vergangenen Dienstag ein Lehrer mit geladener Waffe das Bezirksgericht. Keine Schleuse, kein Metalldetektor hinderte ihn. Sein Ziel: Er wollte seine Scheidungsrichterin erschießen. Getroffen hat es jene Mitarbeiterin, die dem Mann den Zutritt zum Gebäude verweigern wollte.

Das gleiche Szenario wäre in den 80 anderen Bezirksgerichten Österreichs möglich gewesen. Sicherheitsschleusen gibt es bei Gerichten erst ab einer bestimmten Mitarbeiteranzahl oder temporär, bei brisanten Verhandlungen. Die Gewerkschaft fordert nun flächendeckende Zugangsschleusen. Verständlich, wenn man einem Sicherheitsbeamten am Wiener Landesgericht zuhört: „Messer?


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