„35 Rhums“ von Claire Denis: die Inbetriebnahme eines Reiskochers als emotionaler Höhepunkt

Feuilleton | aus FALTER 52/09 vom 23.12.2009

Rezension: Michael Omasta

Je genauer man auf diesen Film, seine Figuren und seine Handlung schaut, desto mehr entzieht er sich einem. Das Milieu, in das „35 Rhums“ seinen Blick vertieft, besteht aus Einwohnern des 18. Arrondissements von Paris, deren Vorfahren mehrheitlich aus den einstigen Kolonien stammen.

Einzig nennenswerte Ausnahme ist Noé, ein junger, etwas verwahrloster Typ, der mit seiner alten Katze ein Apartment bewohnt, das er von seinen Eltern geerbt hat; in der Wohnung darunter sind Lionel und Joséphine zuhause, ein verwitweter Lokführer um die 50 und seine Tochter, die zur Uni geht; am selben Gang vis-à-vis wohnt auch Gabrielle, eine Ex von Lionel, die sich als Taxifahrerin durchschlägt. Ihre alltäglichen Routinen beherrschen die Erzählung und das Tempo des Films.

Nichts passiert. Oder sagen wir: fast nichts. Und wenn doch, wird fast immer eine Bedrohung dieses erweiterten Familienverbands daraus. Gemessen am Bild, das TV-Nachrichten vom Leben in der Pariser Vorstadt


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