Die niedlichen (Sch)nullerjahre

Stadtleben | aus FALTER 52/09 vom 23.12.2009

Hundebabys und der süße Obama beherrschten den Lebensstil der Zeros

Stilkritik: Matthias Dusini

Die Lichterketten blinken, der Christbaum brennt, und die Kinderaugen leuchten. Ist das Christkind nicht süß, wie es schläft in der Krippe in himmlischer Ruh? Weihnachten ist eine Orgie des Niedlichen, also jener ästhetischen Empfindung, die durch den Anblick von kleinen Lebewesen ausgelöst wird. Dem amerikanischen Magazin Vanity Fair zu Folge leben wir in einer Ära der cuteness, so der englische Begriff für jene Art der Rührung, die schlafende Eisbären und schleckende Kälber hervorrufen.

In Internetplätzen wie „Cute Overload“, auf der Tausende solcher Fotos zu finden sind, übersetzen Besucher ihre Gefühle in Sprache. Brittany sagt angesichts eines Welpen: „Ah-OOO-gah! Ah-OOO-gah!“ Lars: „Squee! Oh my god! Squee! Oh my god!“

Tatsächlich spricht einiges dafür, dass das ablaufende Stiljahrzehnt von einer Ästhetik des Niedlichen geprägt war. Der Hund des Jahrzehnts war

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