Phettbergs Predigtdienst

Blickwechsel sind Lebensmittel total!

Kolumnen | aus FALTER 52/09 vom 23.12.2009

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Als ich in die Retzer Knaben-Hauptschule kam, kauften sich meine Eltern eine neue Eckbank. Das war für mich ein Frust, denn in der alten hatte ich alle meine Bücher dringehabt und die neue bot viel weniger Platz. Da wir von der Marke „Mensch“ Kybernetik und Religion im gleichen Hirneck liegen haben, hatte ich in einer feierlichen Zeremonie voll Inbrunst „LERNE BRAV“ in die Bank eingraviert. Zeremonien sind also ein allerwichtigstes Lebensmittel. Und da ich in einem schön artigen und braven Bauernhaus aufwuchs und meine Eltern jeden Sonntag in die Messe gingen, hatte ich ordentlich Platz im Hirn, um zu zweifeln. Andere, die in „nichtgläubigen“ Elternhäusern aufwuchsen, besorgten sich ihre Lebensmittel anders. Ich zumindest bin eine „uralte“ Serie „Mensch“.

Jetzt wächst schon meine Art Enkelgeneration heran, und ich Vollidiot bettle noch immer um liebe Sadisten. Es könnte ja sein, dass darunter jemand Sehnsucht danach hat, Duhsub. Greifen Sie zu, Sir! Die Industrie der Marke produziert nur eines: UNS! Es ist ganz klar, wir von der Marke „Mensch“ sind von den je jüngeren betört. Aber auch vice versa! Großväter sind natürlich auch gefragt. Und wenn dann noch SM dazukäme …

Im Krankenhaus waren wieder zwei so knackige Jünglinge als Sanitäter anwesend, dass ich mich nicht einmal genau hinschauen traute. Allein, dass sie mich zu kennen schienen, war Lebensmittel pur. Blickwechsel sind Lebensmittel total! Blicke sättigen mich. Ohne Blicke wäre ich noch elender.

Hunger! Hunger! Hunger! Was ich da an Hilferufen loslasse … Alles umsonst? Genosse Jesus kann mehr nicht an Brotteilung studiert haben. Alle Welt wird bald satt werden? Bin ich der an Sex Verhungerte? Natürlich mag ich 107 werden. Aber ohne Sex? Steckt da drinnen die „Erbsünde“?

Die Familie „von Nazareth“ (also die Heilige Maria und Jesus mit dem Nährvater Josef) hat sicher – ganz sicher – keine Normalität gehabt. Kann also durchaus was „Neuartiges“ gewesen sein, dass Jesus hingerichtet werden musste. Und er wollte es ja auch! Denn es waren so viele dran, ihn zur Flucht zu bewegen, doch er wollte offen sichtbar in Jerusalem bleiben. Dagegen ist mein Flehen um liebe Sadisten ein Flatus.

Die ungekürzte Version des Predigtdienstes ist über www.falter.at zu abonnieren.

Unter www.phettberg.at ist wöchentlich neu zu lesen, wie Phettberg strömt


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