Neu im Kino

„Die Frauenkarawane“ von Nathalie Borgers

Lexikon | Michael Omasta | aus FALTER 02/10 vom 13.01.2010

Die südliche Sahara definiert das Leben des Nomadenvolkes der Toubou als hart und einfach zugleich, die den Frauen und Männern zugeschriebenen Rollen als die für das Drinnen (Haus und Herd) bzw. das Draußen (Kamele und Herde) Zuständige. Nur im Juli, nach der Regenzeit, dreht sich das Muster um, und eine Frauenkarawane zieht drei Wochen lang hunderte Kilometer durch die Wüste, um in der Oasenstadt von Bilma die Dattelernte auszuhandeln und so das Überleben für ihre Familien zu sichern.

„Die Frauenkarawane“ von Nathalie Borgers, die bei uns 2002 mit einem Film über die Kronen Zeitung bekannt wurde, ist mehr als die pittoreske Beschreibung ihrer beschwerlichen Reise – eine Dokumentation, auch und vor allem, über Frauen und ihr Streben nach Unabhängigkeit. Am deutlichsten wird das anhand von Amina, die sich von ihrem Mann, den sie selbst nie wollte, inzwischen hat scheiden lassen. „Jede Frau darf Ehrgeiz haben“, sagt sie. Ihrer ist es, die Wüste hinter sich zu lassen, ein kleines Haus in der Stadt zu kaufen und eines Tages dort ihre eigene Parfümerie zu eröffnen.

Ab Fr im Gartenbau und Filmhaus-Kino (OmU)

Falter-Preview mit Diskussion: Gartenbau, 13.1., 20.00


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige