Ohren auf!

Sammelkritik


Klaus Nüchtern
Lexikon | aus FALTER 02/10 vom 13.01.2010

Dass der inbrünstige Harmoniegesang bärtiger Jünglinge und das Harfenspiel mehlbleicher Kindfrauen die tiefhängenden Gitarren und Hosenböden hipnessmäßig längst abgehängt haben, war in den Exegesen des Nullerjahrepop ja weltweit nachzulesen. Abseits diverser Neo-, Weired-, Alternative-...-Bindestrich-Synthesen gibt es im Folk aber noch jede Menge heißen Stoff, der es aufmerksamkeitsökonomisch schwer hat – etwa weil deren Vertreter notorisch so aussehen, als hätten sie „Lord of the Rings“ mit einer Typberatungsfibel verwechselt und zu viel Zeit am Elfentelefon verbracht: „Sior chaoineadh, an t-uisge is gaoir na gaoithe.“ „Haallooo? Wer spricht?!!“ Die Schottin Julie Fowlis singt auch Gälisch – was sehr apart klingt und für untrainierte Ohren genauso gut aus dem Nahen Osten stammen könnte (was auch gut zu den perkussiven Call-and-Response-Mantras von Stücken wie „Thig Am Bata“ passt). Wer ungebrochenen Schönklang, der sich auf 13 wunderbar schlank instrumentierten

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